Dispositionskredit – Wichtige Fragen und Antworten

Wie schnell kann ein Dispokredit beantragt werden?

Mitunter muss man sein Girokonto relativ kurzfristig überziehen, weil zum Beispiel eine vorher nicht absehbare Ausgabe auf einen zukommt. Der einfachste und schnellste Weg ist dann die Beantragung eines Dispositionskredites, falls ein solcher noch nicht vorhanden ist. Die Beantragung und vor allem auch die anschließende Einräumung des Dispositionskredites erfolgt meistens sehr schnell. Wenn man den Antrag persönlich in der Geschäftsstelle der Bank stellt, dann schaut sich der Bankberater in aller Regel nur kurz die aktuelle Schufa-Auskunft an (ob keine negativen Einträge vorhanden sind) und welches Gehalt monatlich auf dem Konto gutgeschrieben wird. Passt die vom Kunden gewünschte Höhe des vom Kunden gewünschten Dispokredites zum Einkommen, so kann der Mitarbeiter den Dispositionskredit direkt einsteuern. Schon wenige Minuten später kann der Kreditrahmen dann in Anspruch genommen werden. Wird der Dispokredit online beantragt, kann die Einräumung genauso schnell vorgenommen werden, es kann aber auch etwas länger dauern, je nachdem, wann sich ein Mitarbeiter mit dem „Auftrag“ beschäftigt.

Wie hoch ist der Dispositionskredit?

Was die mögliche Höhe des Dispositionskredites angeht, so gibt es diesbezüglich keine festen Vorgaben. Vielmehr ist es stets im Einzelfall vom Einkommen des Kunden abhängig, über welchen Kreditrahmen er anschließend auf seinem Girokonto verfügen kann. So kommt es in der Praxis häufig vor, dass dem Kunde A zum Beispiel nur ein Dispokredit von maximal 3.000 Euro eingeräumt werden kann, während der Kunde B über einen Kreditrahmen von 8.000 Euro verfügen kann. Relativ einheitlich handhaben es alle Banken bezüglich der maximalen Höhe des Dispositionskredites insofern, als dass hier das dreifache Monatseinkommen des Kunden als Maßstab herangezogen wird. Wer also beispielsweise ein monatliches Nettoeinkommen von 2.000 Euro hat, der kann über einen Dispositionskredit von höchstens 6.000 Euro verfügen.

Wie hoch sind die Zinsen beim Dispositionskredit?

Wer sich für einen Dispositionskredit entscheidet, der entscheidet sich gleichzeitig für einen im Vergleich zu fast allen anderen Kreditarten im Privatkundenbereich sehr teuren Kredit. Kein anderes Darlehen hat einen so hohen Zinssatz, wie es beim Dispokredit der Fall ist. Allerdings unterscheidet sich die Höhe der zu zahlenden Zinsen von Bank zu Bank in teilweise erheblichem Umfang. Derzeit (Anfang 2012) bewegt sich der durchschnittliche Zinssatz, den der Kunde für die Nutzung des Dispositionskredites zahlen muss, etwa bei 11,25 Prozent. Hier gibt es allerdings sowohl nach unten als nach oben noch Spielraum. Der günstigste Zinssatz bewegt sich bei etwa acht Prozent, während es durchaus nicht wenige Banken gibt, die einen Zinssatz von bis zu 13 Prozent für die Kontoüberziehung veranschlagen.

Welche Vorteile hat ein Dispositionskredit?

Der größte Vorteil des Dispositionskredites ist seine Flexibilität. Der Kontoinhaber wird nicht gezwungen die Kreditlinie zu nutzen, sondern er kann jederzeit und nach Bedarf flexibel entscheiden, ob er den Kreditrahmen in Anspruch nehmen möchte. Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Dispozinsen taggenau berechnet werden und auch nur dann anfallen, wenn der Kreditrahmen wirklich genutzt wird. Es müssen also nicht wie beim Ratenkredit Zinsen auf den gesamten Kreditrahmen gezahlt werden, wenn dieser gar nicht oder nur zum Teil genutzt wird. Auch die Tatsache, dass der Dispositionskredit zeitlich unbefristet zur Verfügung gestellt wird und meistens innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes eingeräumt werden kann, zählt zu den Vorteilen dieser Kreditart.

Welche Nachteile hat ein Dispositionskredit?

Neben einigen Vorteilen sollten beim Dispositionskredit auch die vorhandenen Nachteile beachtet werden. Der wohl größte Nachteil des Dispokredites ist der vergleichsweise hohe Zinssatz, den der Kontoinhaber bei Inanspruchnahme des Kreditrahmens zu zahlen hat. Zum Teil ist der Zinssatz bis zu dreimal so hoch wie der von Ratenkrediten. Darüber hinaus sehen es viele Kunden auch als Nachteil an, dass es beim Dispokredit keine feste Rückzahlungsvereinbarung wird. Auf diese Weise wird der Kunde quasi indirekt dazu „verführt“ den Kreditrahmen dauerhaft zu nutzen, auch wenn es aus finanzieller Sicht ohne Weiteres möglich wäre, den Schuldsaldo nach und nach abzubauen. Ferner verliert man beim Dispositionskredit leicht den Überblick über die Zinskosten, da der Sollsaldo täglich als Basis für die Zinsberechnung dient und man oft nach einem Monat gar nicht weiß, welche Zinsen bei der nächsten Abrechnung auf einen zukommen.

Muss man beim Dispokredit Sicherheiten stellen?

Bei vielen Krediten genehmigt die Bank die Vergabe des Darlehens nur dann, wenn der Kunde Sicherheiten stellen kann, wie zum Beispiel die Grundschuld als Sicherheit für ein Immobiliendarlehen. Vor allem die recht hohe Darlehenssumme ist der Grund dafür, dass solche Sicherheiten gefordert werden. Wer hingegen einen Dispositionskredit bekommen möchte, der muss bis auf ganz wenige Ausnahmefälle keine Sicherheiten stellen. Der Dispokredit wird also fast immer als sogenannter Blankokredit vergeben. Denn da die Kreditrahmen sich beim Dispositionskredit eher selten oberhalb von 10.000 Euro bewegen, reicht der Bank das vorhandene Einkommen als „Kreditsicherheit“ aus, sodass keine zusätzliche Absicherung des Kredites notwendig ist.

Kann man mehrere Dispositionskredite haben?

Der Dispositionskredit ist bekanntlich ein Kreditrahmen, der immer im Zusammenhang mit der Nutzung eines Girokontos steht. Demnach kann pro Girokonto auch nur ein Dispositionskredit eingeräumt werden. Nun gibt es allerdings einige Kunden, die mehr als ein Girokonto führen, sodass sich die durchaus berechtige Frage stellt, ob man auch mehrere Dispositionskredite haben kann. Die Antwort auf diese Frage könnte lauten: theoretisch ja, in der Praxis eher nein. Und zwar ist diese Antwort so zu begründen, dass es vom Prinzip her natürlich möglich ist, zu jedem vorhandenen Girokonto auch einen Dispokredit zu bekommen. In der Praxis wird das von den Banken allerdings meistens abgelehnt, da natürlich nur ein Gehalt als „Sicherheit“ für den Dispokredit zur Verfügung steht. Höchstens wenn man noch zusätzliche Sicherheiten stellen kann, ist es auch in der Praxis so, dass mehr als ein Dispositionskredit für verschiedene Girokonten eingeräumt wird.

Wer darf über den Dispositionskredit verfügen und wer darf ihn beantragen?

Über ein Girokonto dürfen neben dem Kontoinhaber nur Personen verfügen, die vom Kontoinhaber als Verfügungsberechtigte bestimmt worden sind. Diese Verfügungsberechtigten dürfen dann grundsätzlich frei über das Konto verfügen, also zum Beispiel Überweisungen veranlassen oder auch mittels Kundenkarte bargeldlos Zahlen und Bargeld abheben. Und da Verfügungen stets mit einer Reduktion des Kontoguthabens verbunden sind und mitunter auch dazu führen, dass der Dispokredit in Anspruch genommen wird, dürfen neben dem Kontoinhaber also auch die Verfügungsberechtigten über den Dispokredit verfügen. Anders sieht es allerdings aus, wenn es um das Beantragen des Dispositionskredites geht. Den Kreditrahmen beantragen darf nämlich nur der Kontoinhaber, während die sonstigen Verfügungsberechtigten keinen Dispositionskredit beantragen dürfen.

Können Rentner noch einen Dispositionskredit bekommen?

Die meisten Kunden gehen einer abhängigen Beschäftigung nach, wenn Sie einen Dispositionskredit beantragen. Denn das regelmäßige Einkommen ist die entscheidende Basis für die Einräumung des Dispositionskredites. Aber auch Studenten und Auszubildende erhalten in der Regel einen „kleineren“ Dispositionskredit. Ob auch Rentner noch einen Dispokredit nutzen können, hängt vor allem davon ab, ob dieser neu beantragt wird oder ohnehin seit dem Arbeitsleben schon vorhanden ist. Wenn Letzteres der Fall ist, wird die Bank den Dispokredit sicherlich nicht einfach streichen, nur weil der Kunde nun Rentner ist, denn regelmäßige Eingänge sind in Form der Rente nach wie vor vorhanden. Lediglich die Höhe des Rahmens wird eventuell etwas gesenkt. Möchte man hingegen als Rentner ganz neu einen Dispositionskredit beantragen, ist das oft eine Einzelfallentscheidung der Bank. Viel hängt bei der Entscheidung sicherlich auch vom Alter des Rentners ab. So wird einem (Früh-)Rentner mit 63 Jahren sicherlich eher ein Dispokredit eingeräumt, als wenn der Kunde bereits 70 Jahre alt ist.

Was beinhaltet der im Zusammenhang mit dem Dispokredit stehende Kürzungskredit?

Eng in Verbindung mit einem Dispositionskredit steht der Kürzungskredit, der in manchen Fällen entweder vom Kunden oder von der Bank gewünscht wird. Normalerweise ist es beim Dispositionskredit so, dass keine feste Rückführung vereinbart wird. Nun kann es jedoch aus verschiedenen Gründen dazu kommen, dass entweder der Kunde oder die Bank dennoch gerne hätte, dass der Sollsaldo auf dem Girokonto nach und nach reduziert wird, der Dispositionskredit also abgebaut wird. In diesem Fall kann die Bank einen sogenannten Kürzungskredit einsteuern. Ein solcher Kürzungskredit beinhaltet dann, dass die Höhe des vorhandenen Dispositionskredites jeden Monat um eine bestimmte Summe reduziert wird, sodass der Kunde sein Konto im nächsten Monat nicht mehr im gleichen Umfang wie im vorherigen Monat überziehen kann. Ein Beispiel für einen Kürzungskredit wäre, wenn ein vorhandener Dispositionskredit durch den Kürzungskredit um jeweils 100 Euro im Monat reduziert würde. Somit wäre der Dispokredit dann nach 30 Monaten nicht mehr vorhanden.